Pressebericht

Reise in die abstrakte Welt der Farben

Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. In der Unterlengenhardter Paracelsus-Klinik sind seit kurzem Arbeiten des Künstlers Helmut Wendelken zu sehen.

»Wer nicht danach strebt, dem teile ich ...nichts mit. Wer nicht um den Ausdruck ringt, dem eröffne ich ihn nicht. Ich zeige eine Ecke und wenn man nicht mit den drei anderen antwortet, dann wiederhole ich mich nicht.« Dieser rund 2000 Jahre Sinnspruch des chinesischen Philosophen Konfuzius spiegelt die Arbeiten des Künstlers Helmut Wendelken wider.

Der studierte Kunsttherapeut, Bild- und Ikonenrestaurator lud zur Vernissage in der Unterlengenhardter Paracelsus-Klinik. Wendelkens Collagen, Materialbilder sowie Aquarelle und Plastiken eröffneten den Kunstliebhabern nicht nur eine abstrakte, sinnliche Welt der Farben, Formen und Balance.

So mancher Besucher verließ die Vernissage gar mit einem neuen Kunstverständnis. »Wenn wir nicht danach trachten, das religiöse Wesen, den magischen Sinn der Dinge herauszufinden, werden wir den Quellen der Verdummung, die den Menschen zahlreich geboten werden, nur noch neue hinzufügen.« Mit diesen Worten des spanischen Künstlers Joan Miró leitete Wendelken einen Rundgang durch die Ausstellung ein. »Beim Betrachten eines Bildes muss man als erstes richtig sehen, dann fühlen und anschließend erst die Begriffe suchen«, erklärte der ehemalige Dozent am Fortbildungsinstitut für Pflegeberufe in Unterlengenhardt den Umgang mit der Kunst.

Diese Erklärungen waren bei der Führung durchaus notwendig. Denn Wendelkens abstrakte, ausdrucksstarke Werke lassen dem Betrachter viel Interpretationsspielraum. Das Spiel zwischen Farbkontrasten, Formen und Balance sowie mit den unterschiedlichsten Materialien wie Goldfolie, Baumwolle oder Filz verführt dazu, die Gedanken schweifen zu lassen und die eigene Fantasie in die Werke einzubringen.

»Es ist ein Üben, das zu sehen, was da ist, und nicht das, was wir uns wünschen. Wir lernen so, nicht schnell zu verurteilen, sondern zuerst das Objekt richtig zu sehen«, em­pfahl Wendelke. Seine Werke, bilden geradezu eine Komposition aus Gegensätzlichkeiten. Komplimentärfarben, Stillstand und Bewegung, Kälte und Wärme sind in jeder der Arbeiten zu finden. »Diese Malweise gleicht dem, was in uns ist«, sagt der freischaffende Künstler selbst über die abstrakte Darstellung.

Doch nicht nur die visuellen Aspekte der Vernissage ließen den Sonntag zu einem Tag der Künste werden. Aryan Dayyani rundete die Vernissage mit Klavierklängen ab. Der gebürtige Iraner entführte mit persischen Kompositionen die Besucher in das exotische Land. Dayyani präsentierte eigene Interpretationen von Liedern wie »Der Windhauch« von Andrey Arsomanian und Anoscherawans »Der Sultan des Herzens«.

Noch bis zum 3.September sind Helmut Wendelkens Werke in der Paracelsus-Klinik zu betrachten. Die Besichtigunsgzeiten auf den Stationen sind zwischen 8 und 13 sowie 15 und 20 Uhr.

Quelle: Schwarzwälder Bote - 17. Juni 2009, Julia Sterzer




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